Leserstimmen & Kritiken

Amalie auf der Windseite

 

Anke Feuchter hat einen sehr emotionalen und berührenden Roman über eine Frau geschrieben, die viele Jahre ihres Lebens nicht nur auf der Windseite, sondern auch auf der Schattenseite ihr Leben lebte. (…)

Durch diese Lebensgeschichte erfährt der Leser aber auch einiges über die Nachkriegsjahre in Deutschland, über geschichtlich prägende Ereignisse wie die Einführung der D-Mark oder das Abkommen zur Freilassung der letzten Kriegsgefangenen durch den Einfluss Adenauers. Wie tief das Gedankengut der Nazis ins deutsche Alltagsleben eingedrungen war, wie schwer es war, Hoffnung zu finden in diesem auch seelisch und moralisch verwüsteten Land.

Der Schreibstil der Autorin lässt ein schnelles Lesen zu, das kam mir sehr entgegen, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Dass es mich persönlich an mein eigenes Leben und das meiner Kinder erinnerte, kam noch hinzu. Amalie wurde auf nur 298 Seiten für mich so vertraut wie eine Schwester im Geiste. Und das nicht nur, weil sie Böll las und gern ins Kino ging, sondern besonders, weil sie eine „Kratzbürste“ war und trotzdem so sensibel und verletzlich.

Fazit: Es ist ein Roman, aber die Geschichte könnte genauso passiert sein. Amalies Suche nach dem Glück habe ich gern begleitet. Der Roman endet im Jahr 1964, ich wäre nicht böse, würde er irgendwann einmal weitergeschrieben.

 

Ein packender Roman über die Nachkriegszeit

Die Autorin beleuchtet in ihrem Roman ein eher unbekanntes Kapitel der deutsch-französischen Nachkriegsgeschichte und beschreibt einen Ausschnitt des Lebens einer jungen Deutschen, die sich mit aus diesem Verhältnis erwachsenden Komplikationen auseinandersetzen muss. Der Charakter der Hauptfigur ist vielschichtig, aber gerade das macht die Geschichte interessant. Spannend von der ersten bis zur letzten Zeile!

Lebendig, fesselnd und gut recherchierter Roman, der Zugang zu einem weitgehend noch unbekannten Kapitel der Geschichte gibt.

Der Roman erzählt eine spannende Geschichte- oder besser gesagt Geschichten. Die Hauptfigur, Amalie Hagenbach, ist 1946 28 Jahre alt und versucht, wie viele alleinstehende Frauen zu dieser Zeit, sich durchzuschlagen. Baden-Baden, Mannheim und später Paris sind Orte, wo sie versucht zu handeln und wo sie gleichzeitig viel einstecken muss. Die Zeitgeschichte wird im Roman subtil und sensibel dargestellt, die Fakten – zum Beispiel, was die französische Besatzungszone betrifft, die forcierte Adoption von Kindern deutscher Mütter, die französische Väter hätten, sind exakt recherchiert. Aber nie ist die Zeitgeschichte Vorwand. Die Personen des Romans sind lebendig und mit allen Schattierungen des Lebens dargestellt. Die Lektüre fesselt den Leser und gibt dazu noch Zugang zu wenig bekannten Aspekten der jüngeren Geschichte.

Herzlichen Glückwunsch zu diesem Roman!

Ich habe das Buch zügig gelesen, weil es spannend ist.

Die Lebensgeschichte von Amalie geht unter die Haut!  Gute innere Bilder in der Erzählform des Textes, die den Leser ‘mitnehmen’.

Das Thema ist eine Tragödie – der Roman außergewöhnlich!

Julia V., Mannheim

 

Schwetzinger Zeitung, 6.12.2024

Rezension Rhein-Neckar-Zeitung

Artikel Schwetzinger Zeitung